Samstag, 18. März 2017

Studio Rose - Schondorf



Three Horsemen of Photography

Die Bezeichnung der Ausstellung der drei Fotografen als Lichtraum und dessen Interpretation als lichter Raum überraschte vor allem die Mitglieder des Kulturvereins Schondorf. Zum ersten Mal trauten sich nämlich drei Künstler nur drei Bilder ins Studio Rose hineinzuhängen, damit der Besucher sich nur mit einem ihrer Werke komplett auseinanderzusetzen hatte.


Zur Vernissage war daher das Publikum angehalten der Laudatio des eloquenten Redners Leopold Ploner gespannter zuzuhören, der in seinem Vortrag über Licht, Wirkung und Wirklichkeit die Bedeutung des Lichts in der Kunst auch physikalisch herausstellte, indem er betonte, dass "das was wir sehen eigentlich nur ein Bruchteil der Wirklichkeit ist, die nun vom jeweiligen Fotokünstler noch eigens interpretiert und überhöht wurde".

Ist das ein reales Foto oder bereits Photoshop fragten sich manche verdutzt. Die Antwort des Uttinger Fotografen Harry Sternberg hierzu war, dass es sich um ein reales Bild ohne irgendwelche optischen Tricks und Täuschungen handelte, aber trotzdem ein farblich-geometrisches und höchst ästhetisches Rätsel blieb.


Reinhard Giebelhausen präsentierte ein Kunstwerk, das wie ein Wärmebild aussah aber wie ein Ölgemälde wirkte. Der Digitalkünstler Jürgen Oliver Blank hingegen stellte ein Schwarzweißbild eines ultramodernen Hochhauses aus, das sinnbildlich wie eine gezündete NASA Rakete in Lichtgeschwindigkeit weiter in den Himmel zu wachsen und den Rahmen zu sprengen drohte. Allesamt sorgten sie für viel Gespächsstoff bei den Vernissagengästen. 


Im Foyer der Ausstellungsräume boten die Fotografen aber den weitgereisten Besuchern dennoch mehrere kleinformatige Bilder, um ihnen einen größeren Überblick ihrer Arbeiten zu bieten. Die interessante Ausstellung, bei dem die einzelnen Künstler auch die Galerieaufsicht haben, ist noch an diesem Wochenende zu sehen.

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